Worin sich Optimisten von Pessimisten unterscheiden

  • 0
Young businessman hiding head in the sand

Worin sich Optimisten von Pessimisten unterscheiden

Von Optimisten und Pessimisten

Optimismus ist wie Pessimismus eine Geisteshaltung. Sie unterscheiden sich in der Art und Weise, wie sie sich, andere Menschen und die Welt sehen, fühlen und erleben.

Wenn Probleme auftauchen, aktivieren Optimisten sofort ihre Strategien für Krisenmanagement, während Pessimisten sich auf die traurige, trostlose, aussichtslose, schlechte oder miserable Situation und ihre kommenden Schwierigkeiten konzentrieren.

  • Pessimisten sehen beim Anblick eines Schweizer Käses die Löcher, während Optimisten sich auf den Geschmack freuen!
  • Für Pessimisten ist ein halbes Wasserglas halb leer, während für Optimisten das selbige noch halb voll ist.
  • Pessimisten denken bei Sonnenschein gleich an das schlechte Wetter, das folgen wird, während Optimisten die Badesachen suchen gehen.
  • Pessimisten achten bei einer Rose auf ihre Dornen, während Optimisten den atemberaubenden Duft einer Rose inhalieren.
  • Optimisten freuen sich an den Dingen die sie besitzen und sind dankbar, während Pessimisten über das was sie verloren haben oder noch nicht besitzen können, verärgert sind
  • Pessimisten vertrauen nicht, sie fühlen sich durch Schwierigkeiten, Krisen und negative Schlagzeilen bestätigt

Der Pessimist lenkt seine Aufmerksamkeit eher auf das was fehlt, was nicht gut läuft, wo Schwierigkeiten zu finden sein könnten – OHNE selber Lösungen dazu finden zu können.

Der Optimist lenkt seine Aufmerksamkeit eher auf das was schon da ist, was noch entstehen kann, was bisher gut gelaufen ist – UND versucht Lösungen zu finden.

Aber warum ist das so?

Beide, Optimist und Pessimist sehen ein und dasselbe und können es unterschiedlich wahrnehmen. Das liegt daran, dass sie in ihrem bisherigen Leben unterschiedliche Erfahrungen gesammelt haben.

Ein optimistisches Verhalten entsteht, so der Psychoanalytiker W. Schmidbauer in seinem Interview im „ZEITmagazin“ vom Feb. 2014, durch das Erleben von Geborgenheit in der Kindheit.

„Die optimistische Haltung entsteht durch das Erleben von Geborgenheit. Angst ist ein zentraler und lebenswichtiger Affekt, der uns vor Gefahren warnt, der aber nur dann wirklich gut in unser Leben integriert werden kann, wenn wir als Kinder einen Erwachsenen haben, der uns bei heftigen Angstgefühlen unterstützt und uns beibringt, zu differenzieren zwischen dem, was wirklich gefährlich ist, und dem, was nicht gefährlich ist. Gut und sicher gebundene Kinder haben später weniger Ängste und sind optimistischer.“

Angst, alte Verletzungen und Enttäuschungen spielen bei pessimistischen Menschen eine wesentliche Rolle.

Aber nicht nur die Erfahrungen aus dem Elternhaus lassen uns zu pessimistischen und/oder optimistischen Einstellungen tendieren. Das Leben ist ein ständiger Prozess.

Im Kindergarten, in der Schule, in der Berufswelt lernen und erfahren wir unterschiedliche Verhaltensweisen, an die wir uns entweder anpassen, oder polarisieren bzw. rebellieren. Wir werden geprägt.

Umgeben wir uns mit Menschen, die einen dominanten, einengenden, kontrollierenden und fordernden Weg gehen, wird es für uns schwieriger optimistisch zu sein.

Umgeben wir uns mit aufgeschlossenen, humorvollen, kreativen, toleranten und verständnisvollen Menschen, ist es nicht möglich pessimistische Züge an den Tag zu legen.

Haben Sie schon einmal versucht, mit einem traurigen Gemütszustand ein Liedchen vor sich hin zu pfeifen und dabei die vorbeiziehenden Wolken zu beobachten? Oder versuchen Sie mal, während Sie sich über etwas total freuen, auf den Boden zu starren? Gelingt es Ihnen? Sind Sie dabei authentisch?

>Die Summe unserer Erfahrungen zeigt sich in unserer entweder pessimistischen oder optimistischen Grundhaltung. Für unsere Erfahrungen sind wir selber verantwortlich 😉

Kann man eine optimistischere Grundhaltung lernen?

Es gibt Wege zu mehr Optimismus.

In Ihrem Buch „Resilienz – die Strategie der Stehaufmenschen“ schreibt Monika Gruhl, dass die Grundhaltung (optimistische oder pessimistische) mit der wir auf die Welt schauen und auf die Menschen in unserer Umgebung zugehen, sich wie ein Sieb für unsere Wahrnehmung auswirkt.

Aus ein und derselben Situation filtern wir unterschiedliche Aspekte heraus.

Wir sehen, hören und verarbeiten bevorzugt die Anteile, die wir erwarten und die unsere Vorannahmen bestätigen.

Resiliente Menschen (Resilienz = starke, innere Widerstandskraft) betrachten neue Situationen und Gegebenheiten vor allem als unerwartete Chance, Gedanken an zukünftige Möglichkeiten geben ihnen einen Energieschub. Rückschläge oder Enttäuschungen buchen sie zumindest im Nachhinein als Erfahrung ab, die sie weiterbringen. Wenn die Umstände nicht  sind, wie sie es sich vorstellen, suchen sie nach dem Guten im Schlechten.

 

7 Wege zu mehr Optimismus:

  1. Machen Sie sich Ihre Stärken und Talente bewusst – lernen Sie sich selber besser kennen
  2. Achten Sie auf eine positive Sprache – streichen Sie Wörter wie: müssen, aber, nicht, kann nicht, darf nicht
  3. Vermeiden Sie Verallgemeinerungen und Generalisierungen wie: alle, jeder, niemand, man sollte, die anderen,
  4. Nehmen Sie´s nicht persönlich – jede Frage, jede Antwort trägt eine Selbstoffenbarung des Gegenübers mit sich
  5. Humor – lachen Sie wieder mehr
  6. Umgeben Sie sich mit positiven, humorvollen Menschen
  7. Handeln Sie nach IHREN Wünschen, Zielen und Bedürfnisse – nicht nach den Vorgaben, Ratschlägen anderer

Hier habe ich für Sie einen kleinen Selbsttest eingebaut:

 

Wenn Sie ein persönliches Coaching oder ein Online Coaching zu den 7 Wegen zu mehr Optimismus möchten, dann nehmen Sie bitte mit mir Kontakt auf 0676/6674848.

In einem telefonischen Gespräch können wir Ihre Themen, Wünsche und Ziele besprechen und die für Sie geeignete Beratungsmöglichkeit festsetzen.

Reden wir drüber!

Ihre Regina Gotsmich

Coaching | Lebens- und Sozialberatung | Unternehmensberatung


  • 0
Uhr

Die Zeit ist knapp

Die Zeit ist knapp – im Rückspiegel betrachtet!

Je älter wir werden, desto mehr haben wir das Gefühl, dass uns die Zeit davonläuft. Dieses Phänomen habe ich mir zum Anlass genommen, die Älteren, die praktisch keine Zeit mehr haben ;-), um ihre aufrichte Meinung zu diesem Thema zu befragen. Nicht, dass mich die Antworten überrascht hätten. Lesen Sie nur weiter, damit Sie wissen wie das dann so läuft mit der Zeit 😉

  • die vielen kleinen Zipperlein, die wir Mittdreißiger oder Mittvierziger oder auch die Mittfünfziger schon haben, seien gar nix im Vergleich was da noch kommt – und die Zeit kommt wie im Fluge – quasi über Nacht ist man plötzlich sechzig oder siebzig Jahre alt und keiner weiß wo die Zeit dazwischen geblieben ist
  • in der Pension hat man´s am eiligsten, weil einem ja schließlich die Zeit geradezu davonläuft
  • und schöner werden wir auf gar keinen Fall mehr – die Zeit hinterlässt ihre Spuren in Gesicht und am Körper – das müssten wir ja schon festgestellt haben
  • fies ist auch der Hinweis, dass in der zweiten Hälfte des Lebens, die Zeit ohnehin schneller verfliegt als in der ersten Hälfte
  • manche müssen die Zeit auch erst totschlagen, bevor wieder etwas Leben in ihren Alltag kommt
  • alles geht so schnell und keiner hat mehr Zeit
  • ach – hätten sie doch mehr Zeit würden sie…
  • kaum hat das neue Jahr begonnen, steht schon wieder Weihnachten vor der Tür
  • schlimm ist es, wenn die anderen davon sterben, weil die Zeit um ist und man selber Angst kriegt, weil einem ja keiner sagt, wann die eigene Zeit um ist
  • die Zeit ist wie ein Raubtier, sagte ein älterer Herr, es verfolgt uns tagein und tagaus
  • ach, und fast hätte ich es vergessen: für den Sex ist auch keine Zeit mehr – und es ist schon ewig her…
  • ja, und die guten alten Zeiten sind lange her – weil früher da war alles besser

Das ist hart. Ich weiß. Und die gute Nachricht ist, ich habe auch die junge Generation zu diesem Thema befragt. Als Trainerin und Coach bin ich u.a. auch in Schulen unterwegs und vermittle Soziale Kompetenz. Es ist mir gelungen, von den Schülern und Schülerinnen, einige für uns sehr wertvolle Aspekte zum Phänomen – die Zeit ist knapp – zu bekommen:

  • der Zahlenraum zum Thema Zeit der elf bis 15-jährigen endet bei ca. 24 Jahren. Ab dann sind wirklich alle alt. Ich habe das erst gar nicht bemerkt. Immer wieder fragten mich Schüler und Schülerinnen, wie alt ich denn sei. Sie meinten dreiundzwanzig, oder vierundzwanzig? Als ich dann geehrt und liebevoll und in der Auffassung, dass ich einfach extrem jung aussehe, antwortete: „Naja, du musst die Zahl 24 nur einmal umdrehen“, schauten sie mich nur mit großen Augen an. Da begriff ich…
  • bis ca. vierundzwanzig vergeht die Zeit einfach gar nicht. Kommt man ins Gymnasium oder in die NMS (Neue Mittelschule), sehnt man sich schon nach dem ersten eigenen, motorisierten Untersatz. Einfach weg – ist hierbei das Ziel
  • ist man erst mal fünfzehn Jahre alt, scheint die Zeit still zu stehen, bis man endlich mit dem Auto fahren darf – endlich erwachsen sein – ist hierbei das Ziel
  • die Zeit in der Schule ist reine Zeitverschwendung, was man da stellvertretend alles anstellen könnte?!
  • die Freizeit ist einfach zu kurz
  • und das genialste Zitat: die Zeit ist mir egal, ich mache was ich will

Mein Conclusio daraus – die Zeit ist:

  1. kein Rückspiegel und,
  2. sie ist reine Wahrnehmungssache.

Bestimmt kennen Sie das Beispiel, wenn Sie in Urlaub fahren. Die Fahrt, die Ankunft, das Einchecken, die Zimmer in Augenschein nehmen, das Meer erkunden usw.  – dieser Tag kommt Ihnen bestimmt sehr lange vor. Haben Sie sich erst einmal eingewöhnt und kennen den Bäcker um die Ecke, das beste Restaurant und den feinsten Platz am Meer, vergeht die restliche Urlaubswoche wie im Fluge.

Ich denke, dieses Beispiel lässt sich auf das Leben übertragen. Das erste Bier, die erste Freundin, das erste eigene Gehalt, die erste eigene Wohnung, der erste Urlaub. Diese ersten Male bleiben uns ewig in Erinnerung – sie sind etwas Besonderes. Sind wir erst mal 15 Jahre verheiratet, fahren immer den gleichen Urlaubsort an, erledigen immer den gleichen Arbeitsalltag, dann kommt es uns vor, als ob die Zeit wie im Nu verfliegt.

Daran sind wir wahrscheinlich selber schuld. Warum versuchen wir nicht trotz des Alltages etwas anders, etwas völlig Neues auszuprobieren? Warum wehren wir uns gegen das Neue, die Veränderung so sehr? Und sei es nur Klavierunterricht, ein Kurs in Schönschreiben (Kalligraphie), einen anderen Weg zur Arbeit fahren, eine neue Laufrunde, einen neuen Urlaubsort?

Nutzen Sie Ihre Fähigkeiten – leben Sie Ihr Leben! Machen Sie etwas Neues oder machen Sie etwas anders – es ist Ihr Leben. Jeder Mensch kann seine „gefühlte“ Zeit abbremsen. Erleben Sie noch mal – erste Male. Blicken Sie nach vorne, anstatt nur in den Rückspiegel.

Lassen Sie uns darüber reden – ich freue mich auf Sie!


  • 0

Da Waldschrat und da Städta

“Jo, seins den völlig vertrottelt? Lof´n ma grad muttersöln ruhig vor de Flint´n?!

„Ups, Sie meinten doch nicht etwa mich?“ Fred sah sich erschrocken nach der zeternden Stimme um.

„Jo, wen den sonst? Oda siagst villeicht nu wen anderen umadum rena, ha? Jo, woaßt denn du net, dass heint de Jagd is? Host ma den schen Bock verjagn! Jetzt schau dast weg kimmst! Sonst schiaß i da des Puiva do nu hintn draf!“

„Na also wirklich – einen Menschen von einem Bock werden sie ja doch noch unterscheiden können, oder nicht?
Fred war sichtlich entsetzt über solch eine Beschimpfung. Mit gespielter Gelassenheit trat er ein paar Schritte näher. Die Äste knarrten unter dem Gewicht seines Körpers und verscheuchten noch zusätzlich ein paar Hasen.

„An Bock von an am Me … – jessas, jetzt kann i de Hasn a nu vergessn! Sog, wer bistn du überhaupt und wos machst´n in unserm Wald, ha?“

„Ich? – Ähm, ich wollte nur einen schönen ruhigen Waldspaziergang machen.“

„A Woidroas? Und ruhig nennst du des? I glaubs ja net! Jo – wann ma des woitn, das ihr eich da rumtreibts, dann hät ma eh an Kiesweg füa eich gmocht, glaubst net a? Städta – in unserm Woid, i hoits net aus. Da Woid is füa´d Vicha da und mia, mia miassn schaun, dass eana gut geht, jawoi, so is des – vastehst, Städta?“

„Ach, mein Lieber – ich versteh sie schon. Aber nirgends sehe ich eine Tafel stehen, die es Spaziergängern verbietet den Wald zu durchqueren, und überhaupt – warum sind sie denn gar so schlecht gelaunt? Sie sollten sich ein wenig beruhigen, dann könnten wir uns in einem angenehmeren …“

„Meiner Söl, jo bist leicht du gar a Schwuchtel? Wia du gschwolln daher redst, des hoit ja koana länger ois zwoa Minutn aus!“

„Nein, mein Herr – ich bin hetero. Und sie?

„Jo – i bin des sicha net! Frech a nu, da Städta! Jetzt wia i aba glei wü…“

„Mein Lieber Jägersmann, darf ich nun in Ruhe meinen Waldspaziergang fortsetzen oder muss ich Angst haben, dass sie mir nachjagen und mich als Trophäe mitnehmen?

„Jo – des kannst nemma wiast wüst. Aba dei Kopf mocht si bei de Gamsln bei mir dahoam net so guat.“

Nachdenklich nahm Fred einen kleinen Notizblock aus seiner Brusttasche und kritzelte flinken Fingers ein paar Zeilen darauf. Als man aus dem Gebüsch zuerst leise, dann hörbar lauter eine Frauenstimme vernahm…

„Freeed? Fre-ed! Mein Lieber Fred, da bis du ja – ich hatte kein Taschentuch dabei, da … Wer ist denn der nette Mann hier, Fred?“

„Na, oiso wirkli – hab´n denn di Städta an Waundadog heit´?“ Und neidisch dachte der Jäger: „Oba, fesche Weiba hams, die Städta – a weng boanad, oba im großen und Ganzen…“

„Sagen´s uns Herr Jäger, mit wem haben wir denn das Vergnügen? Sie wollen doch einer jungen Dame nicht ihren Namen vorenthalten, oder?“

„Jo – so, jo – Koarl hoaß i hoit, Koarl Brumma, und da drübn, drent da – da Leit´n, do is mei Sacherl. Und wea übahaupt san se, waun i fragen deaf – Ladi?“

Nun konnte Fred nicht mehr anders. Ein breites, hämisches Grinsen zog sich beinahe von einem Ohr bis zum anderen.

„Nun, mein lieber Karl Brummer – ich bin der neue Förster hier im Wald. Wir sind gerade eben aufs Land gezogen. Und das hier ist meine liebe Frau, die Rosa. Heute machen wir unseren ersten Erkundungsgang durch den Wald. Finden Sie nicht auch, dass das Wetter dafür einfach herrlich ist?“

Piepsend leise, sagte der beschämte Jäger: „Jo – scho“ und stammelte ein zaghaftes: “Griaß Gott“ hinterher.

So wurde es wieder ruhig im hiesigen Wald.

 


Newsletter

* Pflichtfeld

Zitat des Tages

  • Lebenskünstler leben von der Zeit, die andere nicht haben. Michael Douglas

Folge dem Blog