Liebe deine „Arschengel“!

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Liebe deine „Arschengel“!

Ein Tipp aus dem Coaching – Liebe deine „Arschengel“

Ein schlimmer Ausdruck – ich weiß! Als ich diesen zum ersten Mal gehört habe, lachte ich und fragte amüsiert: „Was ist das denn ?“

Ich traute mich gar nicht das Wort zu wiederholen! Meine Erziehung verbat mir dies ausdrücklich. Da wir uns heute mit so intimen und bedeutenden Wörtern auseinandersetzen, werde ich für diesen Beitrag das freundschaftliche „DU“ als Anrede wählen 😉

Also nun zur Aufklärung: Ein „Arschengel“ ist ein Mensch. Punkt. Ein „Arschengel“ ist aber ein ganz besonderer Mensch. Einer von der Sorte, die man eigentlich nicht mag. Auf die man eigentlich gerne verzichten könnte.

Wenn man einem begegnet, weiß man sofort: Ach – oh Gott, ein „Arschengel“. Es zieht einem alles zusammen. Der Magen verkrampft sich, die Augen werden zu engen Schlitzen, der Blick sucht das Weite. Die Hände kribbeln, weil sie etwas tun wollen, das einfach verboten ist und die Emotionen brodeln über. Dabei hat der „Arschengel“ noch nicht einmal Guten Tag gesagt! Sein Wiedererkennungswert ist extrem hoch.

Fast hätte ich es vergessen, ein „Arschengel“ kann selbstverständlich ein Mann ODER eine Frau sein!

Und, manchmal werden wir von ihnen angesteckt und werden selbst zum „Arschengel“ für andere. Ein „Arschengel“ scheint virale Eigenschaften zu besitzen. Wie man sich bei ihm infiziert, oder ob das Virus in jedem von uns schlummert, ist noch unklar. Manchmal gleichen sie Engeln, sind liebenswürdig, hilfsbereit, einfühlsam und aufgeschlossen. Einfach engelsgleich. Später entpuppen sie sich allerdings als richtige A… . Sie drücken deine Knöpfe, die dich sofort in Rage versetzen. Sie lösen Ärger, Wut, Angst etc. in dir aus.

Auch der umgekehrte Fall ist möglich. Jemand kommt dir von der ganz schrägen Seite, scheint ein richtiger A… zu sein, wirft dir Dinge an den Kopf, die ihn gar nichts angehen und mit dir sowieso absolut gar nichts zu tun haben. Wieder löst er Ärger, Wut, Angst etc. in dir aus.

Und später, wenn du darüber nachdenkst, kommst du plötzlich drauf, dass da etwas Wahres dran ist. Dass du die Situation so noch gar nicht betrachtet hast. Wenn du deinen „Arschengel“ wieder triffst, ist er/sie sehr höflich, so als ob gar nichts gewesen wäre, nur um dann wieder von vorne zu beginnen. Das sind die wahren „Arschengel“. Sie sollst du lieben. Sie tun dir, ohne dass sie es wissen, etwas sehr Gutes.

Robert Betz (Diplom Psychologe), der Begründer des Begriffes „Arschengel“ definiert ihn folgendermaßen:

Ein „Arschengel“ drückt deine Knöpfe. Er ist ein Mensch auf den du eigentlich gerne verzichten würdest. Er löst in dir Wut, Angst und Ärger aus. Der Kopf sagt: „So ein Arsch.“ Aber in Wahrheit sind sie für dich Engel, Engel – die wichtiger sind, als Menschen, die immer nett zu dir sind und zu allem Ja und Amen sagen.

Denn, jeder Unfriede, der uns im Außen berührt, ist nur ein Hinweis darauf, dass wir selber mit uns nicht in Frieden sind. Sie weisen uns nur darauf hin, dass wir mit uns selber im Unfrieden leben. Das heißt, jede Verurteilung dem anderen gegenüber, kann uns sagen, dass der etwas ist oder hat, was wir selber gerne wären, oder noch nicht haben.

Eine Innenschau bzw. Reflexion lohnt sich daher. Welche Menschen drücken deine Knöpfe? Und, was hat das mit dir zu tun?

Lass uns drüber reden!


2 Comments

Anja

23. März 2016 at 5:51 pm

Oh ja, ich liebe meine „Arschengel“. Ich versuche es zumindest, manchmal, immer öfter. Sind sind eine echte Herausforderung. An guten Tagen, wünsche ich ihnen alles Gute und bedanke mich freundlich bei ihnen, dass sie mein Lehrer sind. Dann geschehen richtig kleine Wunder. So hat sich jemand bei mir entschuldigt, „dass er / sie immer so viel meckern muss“. Ich habe echt gestaunt. In diesem Sinne, danke für diesen tollen Artikel.

    wordpressadmin

    23. März 2016 at 10:32 pm

    Hallo Anja! Das freut mich – danke!
    Wenn die lieben „Arschengel“ wüssten, dass sie unsere Helfer sind, würden sie staunen 🙂
    Alles Gute mit deinen „Arschengel“
    LG Regina

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