Die Zeit ist knapp

  • 0
Uhr

Die Zeit ist knapp

Die Zeit ist knapp – im Rückspiegel betrachtet!

Je älter wir werden, desto mehr haben wir das Gefühl, dass uns die Zeit davonläuft. Dieses Phänomen habe ich mir zum Anlass genommen, die Älteren, die praktisch keine Zeit mehr haben ;-), um ihre aufrichte Meinung zu diesem Thema zu befragen. Nicht, dass mich die Antworten überrascht hätten. Lesen Sie nur weiter, damit Sie wissen wie das dann so läuft mit der Zeit 😉

  • die vielen kleinen Zipperlein, die wir Mittdreißiger oder Mittvierziger oder auch die Mittfünfziger schon haben, seien gar nix im Vergleich was da noch kommt – und die Zeit kommt wie im Fluge – quasi über Nacht ist man plötzlich sechzig oder siebzig Jahre alt und keiner weiß wo die Zeit dazwischen geblieben ist
  • in der Pension hat man´s am eiligsten, weil einem ja schließlich die Zeit geradezu davonläuft
  • und schöner werden wir auf gar keinen Fall mehr – die Zeit hinterlässt ihre Spuren in Gesicht und am Körper – das müssten wir ja schon festgestellt haben
  • fies ist auch der Hinweis, dass in der zweiten Hälfte des Lebens, die Zeit ohnehin schneller verfliegt als in der ersten Hälfte
  • manche müssen die Zeit auch erst totschlagen, bevor wieder etwas Leben in ihren Alltag kommt
  • alles geht so schnell und keiner hat mehr Zeit
  • ach – hätten sie doch mehr Zeit würden sie…
  • kaum hat das neue Jahr begonnen, steht schon wieder Weihnachten vor der Tür
  • schlimm ist es, wenn die anderen davon sterben, weil die Zeit um ist und man selber Angst kriegt, weil einem ja keiner sagt, wann die eigene Zeit um ist
  • die Zeit ist wie ein Raubtier, sagte ein älterer Herr, es verfolgt uns tagein und tagaus
  • ach, und fast hätte ich es vergessen: für den Sex ist auch keine Zeit mehr – und es ist schon ewig her…
  • ja, und die guten alten Zeiten sind lange her – weil früher da war alles besser

Das ist hart. Ich weiß. Und die gute Nachricht ist, ich habe auch die junge Generation zu diesem Thema befragt. Als Trainerin und Coach bin ich u.a. auch in Schulen unterwegs und vermittle Soziale Kompetenz. Es ist mir gelungen, von den Schülern und Schülerinnen, einige für uns sehr wertvolle Aspekte zum Phänomen – die Zeit ist knapp – zu bekommen:

  • der Zahlenraum zum Thema Zeit der elf bis 15-jährigen endet bei ca. 24 Jahren. Ab dann sind wirklich alle alt. Ich habe das erst gar nicht bemerkt. Immer wieder fragten mich Schüler und Schülerinnen, wie alt ich denn sei. Sie meinten dreiundzwanzig, oder vierundzwanzig? Als ich dann geehrt und liebevoll und in der Auffassung, dass ich einfach extrem jung aussehe, antwortete: „Naja, du musst die Zahl 24 nur einmal umdrehen“, schauten sie mich nur mit großen Augen an. Da begriff ich…
  • bis ca. vierundzwanzig vergeht die Zeit einfach gar nicht. Kommt man ins Gymnasium oder in die NMS (Neue Mittelschule), sehnt man sich schon nach dem ersten eigenen, motorisierten Untersatz. Einfach weg – ist hierbei das Ziel
  • ist man erst mal fünfzehn Jahre alt, scheint die Zeit still zu stehen, bis man endlich mit dem Auto fahren darf – endlich erwachsen sein – ist hierbei das Ziel
  • die Zeit in der Schule ist reine Zeitverschwendung, was man da stellvertretend alles anstellen könnte?!
  • die Freizeit ist einfach zu kurz
  • und das genialste Zitat: die Zeit ist mir egal, ich mache was ich will

Mein Conclusio daraus – die Zeit ist:

  1. kein Rückspiegel und,
  2. sie ist reine Wahrnehmungssache.

Bestimmt kennen Sie das Beispiel, wenn Sie in Urlaub fahren. Die Fahrt, die Ankunft, das Einchecken, die Zimmer in Augenschein nehmen, das Meer erkunden usw.  – dieser Tag kommt Ihnen bestimmt sehr lange vor. Haben Sie sich erst einmal eingewöhnt und kennen den Bäcker um die Ecke, das beste Restaurant und den feinsten Platz am Meer, vergeht die restliche Urlaubswoche wie im Fluge.

Ich denke, dieses Beispiel lässt sich auf das Leben übertragen. Das erste Bier, die erste Freundin, das erste eigene Gehalt, die erste eigene Wohnung, der erste Urlaub. Diese ersten Male bleiben uns ewig in Erinnerung – sie sind etwas Besonderes. Sind wir erst mal 15 Jahre verheiratet, fahren immer den gleichen Urlaubsort an, erledigen immer den gleichen Arbeitsalltag, dann kommt es uns vor, als ob die Zeit wie im Nu verfliegt.

Daran sind wir wahrscheinlich selber schuld. Warum versuchen wir nicht trotz des Alltages etwas anders, etwas völlig Neues auszuprobieren? Warum wehren wir uns gegen das Neue, die Veränderung so sehr? Und sei es nur Klavierunterricht, ein Kurs in Schönschreiben (Kalligraphie), einen anderen Weg zur Arbeit fahren, eine neue Laufrunde, einen neuen Urlaubsort?

Nutzen Sie Ihre Fähigkeiten – leben Sie Ihr Leben! Machen Sie etwas Neues oder machen Sie etwas anders – es ist Ihr Leben. Jeder Mensch kann seine „gefühlte“ Zeit abbremsen. Erleben Sie noch mal – erste Male. Blicken Sie nach vorne, anstatt nur in den Rückspiegel.

Lassen Sie uns darüber reden – ich freue mich auf Sie!


Schreib einen Kommentar

*

Newsletter

* Pflichtfeld

Zitat des Tages

  • Zeit, die wir uns nehmen, ist Zeit, die uns etwas gibt. Ernst Ferstl

Folge dem Blog