Die Bremer Stadtmusikanten 2.0 – oder was haben die Bremer Stadtmusikanten mit DIR zu tun?

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Bremer Stadtmusikanten

Die Bremer Stadtmusikanten 2.0 – oder was haben die Bremer Stadtmusikanten mit DIR zu tun?

Kennst Du das Volksmärchen von den Bremer Stadtmusikanten aus dem 18. Jahrhundert?

Die Akteure Esel, Hund, Katze und Hahn sind in die Jahre gekommen und für ihre Besitzer nutzlos geworden. Sie sollen umgebracht werden. Der Esel ergreift die Initiative und macht sich auf den Weg nach dem reichen Bremen, um dort zu musizieren. Unterwegs trifft er die anderen totgeweihten Tiere, die sich ihm anschließen. Gemeinsam sind sie stark und verjagen mit einer List – der bekannten Tierpyramide – Räuber aus einem Haus. Selbst als die Räuber wiederkommen, sorgen sie für ihre Flucht, indem jeder das tut, was ihm in die Wiege gelegt wurde. Das tierische Quartett lebt fortan gemeinsam zufrieden im Haus der Räuber.

Die Moral des Märchens? Sie ist im 21. Jahrhundert so aktuell wie nie zuvor!

Aber bevor wir mit den Stadtmusikanten 2.0 beginnen, lade ich Dich zu einer Zeitreise in die Vergangenheit, einem Ausflug in die Märchenwelt und in einige Gedankenspiele ein:

Schon damals kämpften die Menschen um Freiheit und Selbstbestimmung, um Glück. Frei denkende und handelnde Menschen gab es immer und überall, aber das war in der damaligen Zeit oft gefährlich. In Märchen wurden die Tiere mit menschlichen Gefühlen, Denkmustern und Verhaltensweisen ausgestattet, um die Identifikationen mit den Helden des Märchens zu erleichtern und sich noch immer auf „neutralem“ Boden zu befinden.

Märchen haben eine Botschaft für uns und die handelnden „Helden“ sind Vorbilder. In vielen Märchen gibt es eine scharfe Trennung zwischen „gut“ und „böse“, wie sie in uns Menschen zwischen den dunklen und hellen Seiten in uns und in unserem Unterbewusstsein nicht so klar definiert ist.

Märchen haben ein Happy End – und umso schwerwiegend der Kampf der hellen gegen die dunklen Mächte ist, desto versöhnlicher und belebender ist oft das Ende.

Erkennst Du die Helden des Märchens in Menschengestalt wieder? Schau Dich um!

Der Esel ist störrisch und weigert sich zuweilen ohne nachvollziehbaren Grund. Der Esel ist ein Herdentier, er frisst Gras, ist genügsam. Er ist wachsam, aufmerksam, einfühlsam. Er merkt, dass der Bauer plant, ihn aus dem „Futterkreislauf“ zu nehmen.

In der Antike steht der Esel symbolisch für Lüsternheit, Sinnlichkeit und Triebhaftigkeit. Jesus, der Träger des Heils und des Lichts, reitet auf einem Esel. Ein Symbol dafür, dass die instinktive Grundhaltung gezügelt wird. Eine Liebe zum Lautenspiel wird dem Esel zugeordnet. Tief drinnen in sich sucht er nach mehr Ausdruck seiner Gefühle. Mit der Laute will er diesen Gehör verschaffen, andere Seiten zum Klingen bringen, Harmonie erzeugen.

Der Hund ist ein Rudeltier. Er wird dazu dressiert und erzogen, den Menschen zu gehorchen und ist die Angepasstheit einfach gewohnt. Er ist ein treuer – oft selbstloser –  Kamerad, Begleiter, Warner und Beschützer. Er sorgt vorbehaltlos für die Sicherheit seines „Ersatzrudels“ und erweist dem Menschen damit große Dienste. Im Märchen beweist er den „richtigen Riecher“, das richtige Gespür.

Die Katze ist ein eigenständiges und unabhängiges Wesen, trotzdem sehnt sie sich nach Zärtlichkeit, sie kann andere umgarnen, ist sehr reinlich und eine gute Jägerin. Katzen sind gute Mütter, Zweisamkeit brauchen sie aber nur kurzzeitig als Mittel zum Zweck, sie strahlt Erotik aus. Kater stecken viel Energie in häufige Rivalitätsstreitigkeiten. Mit unfehlbarem Gespür nehmen Katzen kleinste Veränderungen wahr und beobachten ihre Umgebung, selbst wenn sie entspannt wirken. Die Katze ist in der ägyptischen Mythologie ein heiliges Tier. Im Mittelalter hingegen begegnete man ihr oft mit Misstrauen, vermutete in ihr eine verwandelte Hexe.

Der Hahn ist stolz, elegant und streitsüchtig, er sorgt am Hof für hierarchische Strukturen und deren Einhaltung. Er ist der Verkünder des Lichts am Morgen. Der Hahn krähte drei Mal bei Petrus – als Appell  an das Gewissen. Der rote Hahn auf dem Hausdach bedeutete im Mittelalter Schutz vor dem gefürchteten Feuer. Der Hahn sorgt für Fernsicht und die Vertreibung von Dämonen.

Esel, Hund, Katze und Hahn symbolisieren die vier Archetypen der Menschen. Erkennst Du Dich oder andere wieder? Die Tiere sind im Märchen vermenschlicht – umgekehrt darf der Mensch seine tierische Natur zeigen, das sichert sogar das Überleben!

Die Räuber sind ein abgespaltener Teil der Gesellschaft. Sie sind losgelöst und vogelfrei, leben nach ihren eigenen Gesetzen. Sie sind gefährlich. Sie symbolisieren die Schattenseiten in der Gesellschaft und in jedem einzelnen Teil der Gesellschaft: in uns! Die Auseinandersetzung mit den Räubern bedeutet die Auseinandersetzung mit Schattenseiten. Wenn wir unser Wesen als Gesamtheit sehen und erkennen und akzeptieren, dass jeder von uns positive und negative Wesenszüge und Kräfte hat, dann wird unser innerer Kampf leichter.

Ein kurzer Abstecher in die Philosophie gefällig?

Die Zahl 4 – bzw. die Zahlenreihe 1 bis 4 – wurde in der Antike als für die Weltordnung grundlegende Zahl angesehen, der griechische Philosoph und Mathematiker Pythagoras hat diese Weltanschauung vertreten. Es gibt 4 Elemente, 4 Himmelsrichtungen, 4 Jahreszeiten und 4 Bewusstseinsebenen: Denken, Fühlen, Handeln und Intuition. Alles ist verbunden, alles ist im Fluss des Lebenskreislaufs.

Was ist die Moral der Geschichte?

Die Helden im Märchen sind alt und für ihre Besitzer nutzlos – und damit ohne Wert. Ein genauer Blick zeigt, dass sie im bisherigen Leben fremdbestimmt waren und die Erwartungshaltung anderer jetzt nicht mehr erfüllen können. Gleichzeitig ist es ihnen verwehrt, nach den eigenen Bedürfnissen zu leben. Ihre kleine Welt bricht zusammen. Die Tiere ergreifen Eigeninitiative, entkommen ihrem tödlichen Schicksal. Sie fassen Mut, schließen sich zusammen, haben ein gemeinsames Ziel, nämlich ins reiche Bremen zu kommen, um dort ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Sie kooperieren und ergänzen sich. Unterwegs treffen sie auf Räuber – und nur gemeinsam als Team gelingt es den Tieren, die Räuber nachhaltig zu vertreiben. Jeder trägt seinen Teil dazu bei, die Bösewichter in die Flucht zu schlagen, indem jedes Tier seine ureigenen Stärken ans Tageslicht holt und sich damit instinktiv einbringt. Das gleiche Schicksal lässt zusammenrücken, aber nicht nur das: Als die Tiere ihre Angepasstheit überwinden, ihr Dasein als „Marionette“ aufgeben, da beginnt neue Energie zu fließen. Die totgeweihten Tiere nehmen kraftvoll ihr Schicksal in die Hand und haben plötzlich wieder eine Zukunft. Sie haben auf der ganzen Linie gewonnen.

Was hat dieses Volksmärchen mit der heutigen Zeit zu tun?

Ganz viel! Die heutige Welt befindet sich in Aufruhr. Nur wenige reiche und mächtige Menschen bestimmen die Weltherrschaft. Angst um Frieden, Freiheit, Sicherheit, Gesundheit und Wohlstand dominieren die Medien, wir werden mit Informationen geradezu zugeschüttet. Die Menschen fühlen sich unterdrückt, ausgebeutet, überlastet, fremdgesteuert, verunsichert, gestresst und ausgebrannt. Fremdbestimmtheit, Krisen und Konflikte sind wie zerstörerische Parasiten, die sich durch Körper, Geist und Seele fressen. Depressionen entstehen, sie fühlen sich an wie der Tod, denn es gibt nur noch eine handlungsunfähige Hülle. Wenn Lebensfreude und Lebensfluss gestoppt sind, dann ist der Lebenskreislauf massiv gestört. Das passiert heute täglich!

Und was hat das alles mit meiner Arbeit zu tun?

Menschen wollen sich verändern oder geraten in ausweglos scheinende Situationen, befinden sich in einer Krise, haben Depressionen oder fühlen sich wie „abgestorben“.  Und doch sind es genau die Krisensituationen, an denen wir wachsen und den vermeintlichen Tod überwinden können. Sie zu meistern, dafür braucht es Kraft, Mut, Kreativität und Ideen, aber auch einen gewissen Leidensdruck, der den Wunsch nach Veränderung auslöst.

Der Psychoanalytiker Erik H. Erikson vertritt die These: „Ohne Krisen ist eine gesunde Entwicklung gar nicht möglich. Jede Lebensphase, vom Kind bis ins hohe Alter, hat ihre Krisenaufgabe. Damit eine gesunde Persönlichkeit bestehen kann, ist es notwendig, Krisen erfolgreich zu meistern.“

Die von mir entwickelte ACT-Methode (Aktivierung – Coaching – Training) ist die gemeinsame Vorgehensweise, Fremdbestimmung und Angepasstheit zu überwinden, Verantwortung für sich aufzunehmen und damit verborgende Potenziale an die Oberfläche zu holen. Die Aktivierung auf der Ressourcenebene, das Coaching auf der Haltungsebene und das Training auf der Handlungsebene lässt neue Lebensenergie fließen, egal, wie jung oder reif man ist. Wandlung und Vertrauen in sich und andere entwickeln sich, im beruflichen oder privaten Umfeld.

Wo immer Du gerade stehst, ich hole Dich genau dort ab. Ich lade Dich zu Deiner persönlichen Reise  nach Bremen ein. Welches Instrument möchtest Du spielen, um neue Töne anzuschlagen?

Ich freue mich auf die Begegnung mit Dir, denn Begegnung ist Ergänzung!


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